Tibet

Bruno Baumann Kailash

Der heilige Berg Kailash in Tibet

Eines meiner Reiseziele in Tibet ist der heilige Berg Kailash. Kailash heißt `der leuchtende Kristall´ in Sanskrit, die Tibeter nennen den Kailash auch Kang Rinpoche, „kostbares Juwel des ewigen Schnees”. Er ist etwa 6.600 m hoch und liegt in Westtibet (Ngari) an der Grenze zwischen Indin und Nepal. Die ihn umgebende Landschaft ist zutiefst beeindruckend. Der Kailash liegt im Quellgebiet der Flüsse Indus, Sutlej, Karnali und Tsang Po (Brahmaputra). Diese vier Flüsse fließen in die vier Himmelsrichtungen. Seine symetrische Form, die einer Pyramide ähnelt ist magisch und heilig zugleich.

Der Kailash wird, von Hindus, Buddhisten, Jainas und Bön-Pos als der heiligste Berg dieser Welt betrachten. Er ist seiner mythologischen Bedeutung nach eine Verkörperung des Mt. Meru, welcher als Mittelpunkt der Erde und Zentrum des Universums gilt. Die Legende, des Mt. Meru als Mittelpunkt der Erde hat sich bis Angkor Wat (Kambodscha) und Borobodur (Indonesien) verbreitet.

Die Hindus sehen der Berg Kailash als den Wohnsitz des Gottes Shiva und seiner Frau Parvati.

Für die tibetischen Buddhisten betrachten den Gipfel als die Heimat von Demchog und seiner Partnerin Dorje Phagmo, beide bedeutende Schutzgottheiten im buddhistischen Pantheon.

Der atemberaubende Mount Kailash und der Manasarovar - See liegen in einer der abgeschiedensten Regionen der Welt.

Geschichtliches - Einer der ersten westlichen Reisenden war der schwedische Forscher Sven Hedin im Jahr 1904. Lama Anagarika Govinda hat seine Pilgerfahrt im Jahr 1946 sehr eindrücklich in dem Buch „Der Weg der weißen Wolken” beschrieben. Als das Gebiet 1984 langsam für den Tourismus geöffnet wurde, hatten erst etwa 16 Westler den Berg umrundet.

Ich hoffe eine Erlaubnis zu bekommen, mich in der Kailash-Region aufhalten zu können und unter anderem auf dem alten Pilgerweg durch Nord-West Nepal bis Purang zu wandern. Ca. 1Woche möchte ich entlang des Karnali-Flusses durch das landschaftlich schöne Gebiet von Humla (Westnepal) bis zur tibetischen Grenze gehen. Die alte Handelsstadt Purang ist eine der ersten Stationen in Westtibet.

Ich ahne, daß diese Reise um den Mount Kailash für mich eine abenteuerliche Expedition wird, durch die mir ein Stück des tiefen mystischen Hintergrundes erlebbar und spürbar wird.

Ich glaube, daß sich eine Umrundung (Parikrama) des heiligen Berges zu Fuß auf den alten Pilgerpfaden mit all den Mühen und Strapazen lohnt. Die Reise auf das Dach der Welt wird mit Sicherheit für mich eines der beeindruckendste Erlebnisse meiner Reise sein . Ein solches Unternehmen bietet mir so hoffe und glaube ich - tiefe Einblicke in die ursprüngliche tibetische Kultur und in die wunderbare Natur- und Landschaft.

Da ich diesen Abschnitt voraussichtlich im Mai 2008 mache, so habe ich eine gute Chance in Darchen am 31. Mai das Pilgerfest (Buddha´s Geburtstag und das Ereignis seiner Erleuchtung) zum Vollmond in Tarpoche im Westtal des Kailash mit vielen Tibetern zu feiern und anschließend mit den vielen anderen Pilgern den heiligen Berg zu umrunden. Am Manasarovar-See könnte ich noch wandern und die alten Klöster Seralung, Tchiu und Gössul besuchen.

Ferner werde ich wohl die heiligen Seen Manasarovar und Rakshastalder und wenn es zeitlich passt, den Canyon von Toling besuchen und in verschiedenen Klöstern sein. (Das Klöster von Tsaparang im alten Königreich Guge soll sehr schön sein.) Ich plane für diesen Abschnitt ca . 3- 4 Wochen.

Dharamsala
Hier in `Klein Tibet´ möchte ich weitere verschiedene Klöster kennen lernen. Ich möchte den Buddhismus noch tiefer ergründen, vielleicht eine grundlegende Ahnung der Philosophie bekommen und Meditationen auf der Basis der buddhistischen Praxis erleben. Außerdem möchte ich unbedingt versuchen eine Audienz mit dem Dalai Lama zu bekommen.
Da möchte ich für eine Zeit sein, denn kaum ein Ort dieser Welt ist so gut geeigneter für eine grundlegende und lebendige Eingeführung in den tibetischen Buddhismus, wie Dharamsala im nordindischen Himalaya. Ein guter Freund war letztes Jahr dort für mehrere Wochen und hat mir den Aufenhalt in den `Heiligen Hallen´des Dalai Lama sehr empfohlen……
Der Dalai Lama und Tausende mit ihm gekommene Tibeter bauten um den Exilsitz der tibetischen Regierung aus eigener Kraft und mit internationaler Hilfe ein kleines traditionell tibetisch organisiertes Gemeinwesen auf.

Sie bewahrten ihre Tradition in vielen kulturellen Einrichtungen, wie der Tibetan Library, der Drama School, den tibetischen Medizinzentren und dem Tushita Meditations-Zentrum, aber auch in den schönen, neu aufgebauten Klöstern. Dharamsala bietet viele Möglichkeiten: Zentren tibetischer Kultur, Plätze der Ruhe und des Friedens, bunte Straßen mit tibetischen Händlern, die ihre selbsterzeugten Waren aller Art feilbieten, eine grüne, bergige Umgebung, die zum Wandern einlädt. In Dharamsala bleibe ich ca. 14 Tage…